Die Gründung der WG

„Wie's anfing, weiß keiner so genau...“ , mit diesen Worten der fantastischen Vier will ich beginnen. Die WG? Die Gründung... es ist eine sehr lange Zeit vergangen seit dieser Phase. Es sind bereits vor der Gründung Jahre gewesen, die ich immer wieder mal mit Sven, Jörg oder auch Leini verbracht habe, auszurechnen und zu planen, ob denn die Gründung einer WG ein realistisches Unterfangen ist. Der erste Versuch wurde von meinem Vater abgeschmettert, weil er – oh Wunder – nicht 500 Mark monatlich zuschießen konnte, damit ich diese Geschichte finanziell überlebe. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es wohl auch gut so war. An die Gründung der kleinen WG in der rechten Wohnung kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Ich weiss nicht einmal mehr, ob ich beim Umzug geholfen habe oder nicht. Die Zeit damals im frühen Herbst 2002 war für mich eine Zeit, in der sich viel verändert hat. Ich hatte mein mit 3,3 miserabel ausgefallenes Abi recht frisch in der Tasche, die damit verbundenen Parties und das erste Rottal hinter mir und vor mir den Zivildienst. Zivildienst hieß für mich das erste regelmäßige selbstverdiente Geld, eine völlig neue Erfahrung und natürlich auch den immer stärker werdenden Wunsch nach Selbstständigkeit. In diese Phase fiel also die Gründung der WG, mit der ich eigentlich gar nichts zu tun hatte. Sven und Jörg waren es, die es geschafft hatten mit ihrem Kontakt zu René in die Bude zu kommen. Ich hab die Wohnung damals natürlich anders wahrgenommen. Es war für mich nicht die enge Wohnung, in der kein Platz war, sondern es war eine eigene Bude. Das hat viel mehr gezählt. Dass Sven und Jörg es nicht fertig gebracht haben, mit ihrem untrüglichen Gespür für das größte Chaos, in diesen 34 m² für Ordnung zu sorgen, das war aber dennoch auffällig. In Svens Zimmer – auch später noch berühmt für die vorherrschende Generalverschmandung war der Boden überall mindestens 30 cm hoch bedeckt von allem möglichen Quatsch. Ich habe Monate gebraucht, um festzustellen, dass vor dem Bett ein Tisch stand. Man hat ihn einfach nicht gesehen. Ich finde es ein wenig schade, dass zu dieser Zeit Digicams und Fotohandys noch kein Thema waren, denn Zeugnisse aus diesem Jahr wären einiges wert. Zu dieser Zeit ist in der Wohnung nicht viel passiert. Wo auch?

Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass sich bereits in dieser frühen Phase Sophie – damals noch als Jörgs Freundin – in die WG verirrte.

Die Küche war jedenfalls wirklich der einzige Platz in der WG, in der zwei, vielleicht auch mal drei Leute bequem sitzen konnten. Ich erinnere mich, dass es mehrere Abende gab, an denen ich mit Sven gemeinsam seinen selbst gemachten Rumtopf vernichtet habe, mit bisweilen bösen Folgen.

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Entweder man muss sich auflehnen, oder man macht sich mitschuldig.

(Ignazio Silone)